Ich lerne Po­li­zis­tin

Er­fah­rungs­be­richt aus der Po­li­zei­aus­bil­dung

Episode 8: «Polizistin werde ich in der Realität»

Seit einigen Tagen drückt Debora wieder die Schulbank. Nach vier Wochen Praktikum an der Front ist sie an die IPH nach Hitzkirch zurückgekehrt. Dort steht nun die Festigungsausbildung an. Und damit die entscheidende Phase der Vorbereitung auf die Eidgenössische Berufsprüfung. Was sie sonst noch beschäftigen wird, erzählt Debora im Kurzinterview.

Debora, was steht in den Wochen bis zur Prüfung noch auf dem Programm?
In den nächsten Wochen steht die Festigungsausbildung an. Da machen wir vor allem Handlungstrainings und bereiten uns praktisch auf die Prüfung vor. Wir üben zum Beispiel Einvernahmen mit den Ausbildern und Mitschülern als Beschuldigte. So vertiefen wir die Theorie und trainieren Prüfungssituationen unter möglichst realen Bedingungen.

Welches sind die thematischen Schwerpunkte?
Neben der theoretischen ist die praktische Prüfung wichtig. Dafür werden wir unter anderem verschiedene Sachverhaltsaufnahmen durchspielen. Wir müssen einen Verkehrsunfall sowie einen Einbruchdiebstahl und einen Fall von häuslicher Gewalt aufnehmen, immer in Kombination mit handschriftlichen Befragungen. Darauf bereiten wir uns nun intensiv vor.

Was interessiert dich besonders?
Ich mag die praktische Arbeit. Die Handlungstrainings sind sehr interessant, da vergeht die Zeit wie im Flug. Im Theorieunterreicht gefällt mir das Fach «Recht» besonders gut.
 

Weisst du schon, in welche Richtung der Polizeiarbeit du später einmal gehen möchtest?
Ich möchte natürlich zuerst sicher einige Jahre bei der Sicherheitspolizei bleiben und wertvolle Erfahrungen sammeln. Da wird ganz viel Neues auf mich zukommen. So wird sich dann zeigen, welchen Weg ich einschlagen möchte. Spannend wird es auf jeden Fall bleiben.

Fühlst du dich nach ungefähr drei Vierteln deiner Ausbildung schon als Polizistin?
Schwer zu sagen. Irgendwie schon, da ich im Praktikum fast alle Aufgaben mitmachen durfte und konnte, Ernstfälle gesehen und wirklich viel erlebt habe. Aber irgendwie auch noch nicht so richtig. Ich bin immer noch dabei, mich an die neue Rolle zu gewöhnen. Ich denke, dass die Arbeit im Korps nach der Ausbildung an der Polizeischule da vieles bewirken wird. Man wächst mit dem konkreten Bezug von Tag zu Tag in die Aufgabe hinein. Zur Polizistin werde ich in der Realität, im Alltag, mit jeder Erfahrung ein bisschen mehr.

Was braucht es, um sich voll und ganz als Polizistin zu fühlen?
Definitiv ganz viel Erfahrung. In der Schule übt man Abläufe und erlangt das Grundwissen, das man für die Einsätze braucht. Anwenden kann man das nur im Polizeialltag. Mit jedem Einsatz, mit jeder Überraschung, mit jeder gemeisterten Aufgabe wird man besser und erfahrener. Ich stelle mir die Entwicklung zur Polizistin als fliessenden Prozess vor. Irgendwann werde ich dann feststellen: «Jetzt ist es soweit.»
 

Episode 7: All inclusive

Vier Wochen Praktikum verbrachte Debora in der Regionalen Bereitschaft auf dem Hauptposten in Küssnacht mit Tag- und Nachtschichten, Ernstfällen, Lehrstunden und viel Einsatzpraxis. Dabei erlebte sie schon vieles, was der Polizeiberuf zu bieten hat. Schönes und weniger Schönes, wie sie selber sagt. Sie tauchte ein in den ganz normalen Polizeialltag. Und sie konnte anwenden, was sie in der Polizeischule gelernt hat. Wie ihr das gelungen ist, erzählt sie im Video gleich selbst.

Look Back
In den vergangenen neun Monaten ist viel passiert, für Debora hat sich einiges verändert. Schritt für Schritt hat sie sich in Richtung Polizistin bewegt. Am letzten Tag des Praktikums blicken Debora und ihre drei Kollegen gemeinsam auf das Erlebte zurück.

Erwin Mächler, als Chef Aus- und Weiterbildung bei der Kantonspolizei Schwyz für den Nachwuchs verantwortlich, bittet zum Abschlussgespräch. Danach gibt es bis zum nächsten Ausbildungsmodul einige Ferientage. Diese nutzt Debora aber nicht nur zur Entspannung, sondern auch zum Lernen.

Back To School
Als nächster Schritt steht dann die Festigungsausbildung auf dem Programm. Dazu wird Debora wieder an der Polizeischule erwartet. In der nächsten Episode erzählt sie dann, welche Schwerpunkte bis zur Eidgenössischen Berufsprüfung noch anstehen.

 

Erfahrungen aus vier Wochen Praktikum: Debora zieht eine Zwischenbilanz und erzählt, wie sie die ersten Ernstfälle gemeistert hat.

Episode 6: Tagesgeschäft und Nachtschicht

Ein kühler Dienstagabend auf dem Polizeiposten Küssnacht. Debora ist seit einigen Tagen im Praktikum, die Ferien sind schon wieder weit weg. Den ganz normalen Polizeialltag erfahren, selbständig Aufgaben erledigen, echte Erfahrungen sammeln, darum geht es ab sofort. Es sind die ersten Schritte in ihrem neuen Alltag. Und dazu gehört natürlich auch der Nachtdienst.

Durch die Nacht
Um 20 Uhr geht’s los, auf dem Posten Küssnacht steht das Briefing an, pünktlich und diszipliniert. Die bevorstehende Nachtschicht wird besprochen, der Gruppenchef informiert was auf dem Programm steht. Debora steht nicht einfach nur da und hört zu. Sie gehört dazu, aber dazu später. Eine spannende Nacht könne es werden. Die Patrouille in der angrenzenden Region ist stark beschäftigt. Ein in der Nacht zuvor verhafteter Dieb liegt im Krankenhaus. So kommt es, dass sich das nächtliche Einsatzgebiet der zwei Küssnachter Patrouillen vergrössert. Weiter steht eine nächtliche Verkehrskontrolle an und auch die Einladung zum Mitternachtskaffee mit einer anderen Polizeipatrouille ist eingetroffen. Was aber wirklich passieren wird, steht in den Sternen. Dann geht’s los. Eine Patrouille besteigt den Einsatzbus und fährt los in die Nacht. Debora begibt sich mit der zweiten Patrouille, bestehend aus zwei erfahrenen Polizisten, in die Garage. Dort steht der Einsatzwagen, mit dem Debora unterwegs sein wird. Ihre Mentorin zeigt ihr das Fahrzeug, macht die Ausrüstung bereit für die anstehenden Aufgaben. Triopan, Taschenlampe, Funk und vieles mehr. Alles muss geprüft, vorbereitet, im Einsatzwagen verstaut werden. Dann ruft die Strasse und auch Deboras Team zieht los.

 

Gut aufgehoben
Während Debora von ihren Erfahrungen der letzten Tage erzählt, fasst sie sich immer wieder ans Ohr. Der Funk rattert pausenlos. Debora hört auf dem Funkkanal, was im ganzen Kanton so passiert. Ihre Konzentration ist hoch. Eine gesunde Anspannung ist zu spüren. Langsam aber sicher ist sie im echten Polizeialltag angekommen. Auf sich alleine gestellt ist die junge Polizeianwärterin aber nicht. Ihre zwei Kollegen helfen ihr, zeigen ihr den Weg und passen in brenzligen Situationen auf sie auf. Kurze Zeit später richten die drei auf einer Hauptstrasse einen Kontrollposten ein. Debora winkt unter Anleitung ihrer Mentorin Autos aus dem Verkehr, spricht mit den Lenkern, kontrolliert Ausweise, Beleuchtung, Reifenprofil und Innenraum. Ein Lenker sitzt in einem Mietwagen, diese Kontrolle dauert etwas länger. Per Funk klärt Debora bei der Zentrale ab, ob mit den Ausweisen alles in Ordnung ist. Es ist alles in Ordnung. Eine spannende Nacht, wie beim Briefing versprochen, und eine lehrreiche noch dazu. Aber nicht nur das. Weitere interessante Nächte, Tage, Erlebnisse, Einsätze werden folgen. Rund vier Wochen dauert das Praktikum, bevor es dann in die Festigungsausbildung an der Polizeischule und an die Vorbereitung auf die Eidgenössische Berufsprüfung geht. Bis dahin wird Debora wieder viel lernen, in ihre neue Aufgabe hineinwachsen und immer mehr zu einem Teil der Kantonspolizei Schwyz werden.

Episode 5: TIMEOUT

18 Wochen hat Debora von ihrer Polizeiausbildung nun hinter sich. Für sie ist das höchste Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Und sich für anderthalb Wochen in die wohlverdienten Ferien zu verabschieden.

Die erste Einführung im Korps der Kantonspolizei Schwyz, die Basisausbildung an der IPH in Hitzkirch, die ersten Gehversuche an der Front bei der Stage auf einem Hauptposten und bereits einige Lektionen der theoretischen und praktischen Vertiefungsausbildung – das hat Debora in den ersten Monaten ihrer Ausbildung bereits erfolgreich gemeistert. Nun kommt eine kurze Pause. Und damit der passende Moment für einen ersten Rückblick.

Gute Zeit
Der Rückblick auf die erste Etappe bereitet Debora viel Freude. «Es ging vor allem um die Basiskenntnisse, die man braucht, um ein guter Polizist zu werden», sagt sie. Ein gewisses Rüstzeug hat sie also bereits eingepackt in ihren Rucksack. Künftig geht’s an die Vertiefung und die Festigung von Abläufen. Beim Rückblick betont Debora immer wieder, wie wohl sie sich fühlt. «Im Team der Anwärter sind wir sehr gut zusammengewachsen und auch das Korps der Kantonspolizei Schwyz hat uns alle super aufgenommen.» Zum Ausdruck kam das vor allem während der Stage im Juli. Für Debora das Highlight bis jetzt: «Ich durfte im Schichtdienst bei allen Aufgaben dabei sein.

 

Sogar eine Einvernahme durfte ich unter Anleitung meines Mentors schreiben.» Auch mit Beschuldigten reden, Handschellen lösen, alles im realen Polizeialltag durfte sie selber ausführen. «Es ging nicht darum, dass wir einfach zuschauen. Wir konnten alles mitmachen.» Debora ist überzeugt, dass ihr das viel bringt. Trotzdem gab es auch schwierige Momente zu überstehen. Debora sagt: «Dazu gehören sicherlich die intensiven und anstrengenden Prüfungsphasen. Da ist man schon etwas angespannt.» Nach all dem ist klar: Die Auszeit hat sich Debora mehr als verdient.

Schöne Ferien!
Für anderthalb Wochen wird sich Debora jetzt dem Ausgleich widmen. Die Ferien wird sie nutzen, um sich aktiv zu erholen. «Ich werde eine Velotour machen und versuchen, die Polizei mal für einige Zeit zur Seite zu schieben», sagt sie. Mal nichts für die Schule zu tun, das wird sie geniessen. Abschalten, etwas Abstand gewinnen, um dann wieder mit vollem Elan an die nächsten Ausbildungsschritte zu gehen. «Gerade wenn Prüfungen anstehen, ist man halt auch in der Freizeit in Gedanken bei der Arbeit. Das wird in den nächsten anderthalb Wochen für einmal etwas anders sein», freut sich Debora auf ihr Timeout und braust davon. Na dann, schöne Ferien! Die wird Deborah geniessen. Denn anschliessend geht's an die Substanz. Das Praktikum auf dem Posten steht an. Und damit der Frontdienst mit ersten Nachteinsätzen.

Nach den ersten intensiven Wochen verabschiedet sich Debora in die wohlverdienten Sommerferien. Was sie mitnimmt, was sie vorhat und wie sie abschaltet, erzählt sie im Video.

Episode 4: UND...ACTION!!

Der Polizeialltag, wie man ihn sich vorstellt: Abwechslungsreich, actiongeladen, herausfordernd. Soweit, so gut. An dieser Stelle wurde immer wieder betont, dass dies nur die halbe Wahrheit ist. Polizisten als Dienstleister, Polizistinnen als Gesprächspartnerinnen, als Verantwortungsträger in kniffligen Situationen. Und doch kommt der Nervenkitzel nie zu kurz. Natürlich auch in der Ausbildung. Davon handelt diese Geschichte.

Im Rahmen der Fachausbildung an der IPH in Hitzkirch steht manche Stunde im Theoriesaal an. Aber auch praktische Ausbildung, wie die Schulung des taktischen Verhaltens. Festnahmen üben – diese Einheit stand in der dritten Woche der Vertiefungsausbildung auf dem Lehrplan.

Taktik
Debora und ihre Kollegen machen Fortschritte. Nach der Stage bei der Kantonspolizei Schwyz geht es Schlag auf Schlag weiter. Polizeitaktik im Fachjargon. Lernen, wie sich ein Polizist in einer Situation verhält, die Kontrolle behält, die Konzentration hochhält. Ausgebildet werden die Anwärterinnen und Anwärter im Gruppenverband von Ausbilder Thomas Meister. Jede Kleinigkeit fällt ihm auf, kein Detail entgeht ihm, seine Fronterfahrung ist enorm. Und genau die gibt er an die nächste Generation weiter. Er sagt: «Die angehenden Polizisten müssen den Grund hinter jedem Handgriff verstehen. Nur so können sie in einer noch so brenzligen Situation die Nerven behalten und richtig reagieren.» Darum geht’s. Debora muss Abläufe verinnerlichen, um sie später im Alltag richtig abzurufen.

 

Team
Im Einsatz müssen sich Polizisten auf ihre Kollegen verlassen können. Jeder Handgriff muss möglichst sitzen. Deshalb üben die Anwärterinnen und Anwärter in der Gruppe. Zweierpatrouille, Phase 3, es gilt ernst. Unter den wachsamen Augen von Ausbilder Thomas Meister tauschen die Schülerinnen und Schüler die Rollen, mal Polizist, mal lassen sie sich zu Boden führen und verhaften. Gemeinsam erlangen sie Routine. Die wird ihnen in ihrem späteren Alltag helfen.

Kopfkino
Thomas Meister geht auf’s Ganze. Macht jemand einen Fehler, löst er die Situation nicht auf, sondern lässt die Schüler die Ausbildungssequenz fertigmachen. Was würden sie im Ernstfall tun? Welche Wendung kann eine Situation nehmen? Wie reagiere ich? Manchmal macht sich Ratlosigkeit breit. «So denken die Schüler nach», sagt der Ausbilder. «Wenn ich immer eine Lösung präsentiere, ist der Lerneffekt nicht gleich gross, wie wenn die Anwärter selber improvisieren müssen.» Schon in der Ausbildung. Das Kopfkino läuft danach für Tage weiter. Wie? Was hätte ich tun müssen? Was mache ich bei nächsten Mal anders? In der Ausbildung dürfen Fehler passieren, im späteren Alltag sollten diese möglichst vermieden werden. Maximaler Lerneffekt, unter Druck, als optimale Vorbereitung auf den kommenden Einsatzalltag.

Bald steht wieder ein wichtiger Schritt an. Der in die Ferien nämlich. Die nächste Episode erzählt dann, was Debora aus den ersten Monaten mitnimmt, worauf sie sich freut und wie sie die zwei Wochen Sommerferien nutzt.

Für Ambitionierte: Bei der praktischen Ausbildung in Hitzkirch geht es von Anfang an zur Sache.

Episode 3: Das Einsatzgebiet verstehen

Als Polizist oder Polizistin muss man sein Einsatzgebiet kennen. Nicht nur geographisch. Man muss wissen, wie die Menschen ticken. Welche Werte sie vertreten und welche gemeinsame Geschichte sie haben.

 

Nach 13 Wochen Fachausbildung an der IPH in Hitzkirch starteten Debora und ihre Kollegen Samuel, Joël und Tobias Mitte Juli zu einer 10-tägigen Stage bei der Kantonspolizei Schwyz. Dabei lernen sie erstmals den Einsatzalltag kennen. Nach einer Vertiefung/Festigung in der Polizeitaktik und im Schiessen, ist Debora auf einem Polizeiposten stationiert und mit erfahrenen Kollegen im Einsatz. Verkehrskontrollen durchführen, Bürodienst, Nachtschicht, alles dabei. Ziel der Stage: das Korps kennenlernen, erlernte Theorie erstmals praktisch anwenden und Frontatmosphäre schnuppern.

 

Zu diesem „Wissensrucksack“ gehört auch ein halber Tag, welcher einem ganz anderen Thema gewidmet ist. Dem Kanton Schwyz und seiner Geschichte. Staatskunde steht auf dem Programm. Drei der vier Anwärter sind nicht im Kanton Schwyz aufgewachsen. Umso wichtiger ist es, dass sie sich aktiv in ihre künftige Arbeitsregion hineinfühlen können.

 

Unter der sachkundigen Führung von Ralf Jacober aus dem Staatsarchiv wird die ereignisreiche Geschichte des Kantons Schwyz lebendig. Geprägt von Schlachten und Streitereien um Ländereien und Herrschaften ist der Kanton zu einem vielfältigen Gebiet gewachsen. Vom Rathaus über den Kantonsratssaal – von Morgarten bis zum Bundesbrief. Der Streifzug durch die Geschichte zeigt, wie die Schwyzer Gesellschaft und ihr Rechts- und Ordnungssystem über die Jahrhunderte gewachsen sind. Und es zeigt unseren Polizeianwärterinnen und Anwärtern, wie der Anspruch an ihren Beruf gewachsen ist. Vom Landjäger zum modernen Kantonspolizisten.

 

Der nächste Schritt geht nun wieder zurück in die IPH Hitzkirch, zur Vertiefungsausbildung. Ein Brocken ist noch zu stemmen, bevor es dann Mitte August in die verdienten Ferien geht. Unter anderem stehen actionreiche Einheiten an. Weiter geht’s an dieser Stelle dann mit einem Einblick in die Lektion zum „Taktischen Verhalten“.

 

Episode 2: Auf in die Fachwelt

Dienstag, 10. April 2018, 7 Uhr, IPH Hitzkirch: Heute ist ein grosser Tag. Gut, wohl waren die letzten Tage allesamt grosse Tage. Aber heute ist ein Meilenstein. Heute steht der erste Ausbildungstag an der Interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch (IPH) auf dem Programm.

Kurz vor 7 Uhr, das Luzerner Seetal erwacht erst langsam, ist auf dem Parkplatz vor dem IPH Trainingszentrum in Hitzkirch schon einiges los. Dutzende Autos treffen ein, die unterschiedlichen Nummernschilder verraten die Herkunft. Aus der ganzen Nordwest- und Zentralschweiz kommen sie an diesem Morgen. Knapp 80 Polizeischülerinnen und Polizeischüler kommen zum ersten Tag ihrer Fachausbildung. Mittendrin sieht man vier Paare roter Schulterabzeichen. Debora und ihre drei Kollegen sind schon da und warten. Etwas angespannt, aber doch voller Vorfreude. Dann geht es plötzlich ganz schnell. Zwei Instruktoren tauchen auf und bitten die Polizeianwärter zur Waffenabgabe. Die vier Polizeianwärter aus dem Kanton Schwyz tauchen ein, in die Gruppe, mit der sie die nächsten Monate ihrer praktischen Ausbildung verbringen werden. Angehende Polizisten unter sich, sozusagen.

Ein Blick auf den Ausbildungsplan verrät: Es wird anspruchsvoll, es wird anstrengend, es wird herausfordernd. Aber es wird auch interessant und abwechslungsreich. An der IPH lernt Debora viel über Recht, Sicherheit, Verkehr, Kriminalistik. Auch Allgemeinbildung, Psychologie und Sport stehen regelmässig auf dem Stundenplan. Und praktische Lektionen in Polizeitaktik, Geländedurchsuchung, Ordnungsdienst und Waffenkunde. Vieles mehr gehört dazu, wenn Polizeischüler zu Polizistinnen und Polizisten werden.

 

Der erste offizielle Termin ist das Strammstehen vor der Schulleitung. Direktorin Irene Schönbächler begrüsst die Schülerinnen und Schüler mit den Worten: «Ich begrüsse Sie herzlich zu Ihrem ersten Tag an der IPH Hitzkirch. Unser Ziel ist, aus Ihnen fähige Polizistinnen und Polizisten zu machen. Ich wünsche Ihnen für Ihre Ausbildung viel Erfolg.»

Die Polizeianwärter sind in vier Klassen aufgeteilt. Die Schwyzer wurden der Klasse 3 zugeteilt. Mit ihren Klassenkameraden werden die vier nun ihren Weg machen, tausend Dinge lernen, zu einem Team zusammenwachsen und sich entwickeln.

Und weiter geht’s. Angeführt von den Instruktoren geht’s vom Trainingszentrum Aabach zum Campus der IPH. 15 Minuten zu Fuss, auf den Hügel über dem Dorf Hitzkirch. Hier oben ist es ruhig. Optimale Bedingungen also, um konzentriert zu arbeiten. Genau das steht jetzt an. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

 

 

Episode 1: Eins, zwei, Polizei!

Wer Polizist oder Polizistin werden will, trifft eine grosse Entscheidung. Damit der neue Beruf zu einem echten Glücksfall wird, muss diese Entscheidung wohl überlegt sein. Das Ziel vor Augen, den Wandel im Blick, die persönliche Entwicklung als alles entscheidender Antrieb. Doch was heisst es, den Polizeiberuf zu erlernen? Diese Frage stellen sich Interessentinnen und Interessenten häufig. Und wir liefern die Antworten dazu. Deshalb starten wir heute hier eine Reportage über die einjährige Polizeiausbildung und blicken dabei einer angehenden Polizistin über die Schultern.

Wir begleiten Debora Zehnder vom ersten Antritt im Polizeikommando bis zur Vereidigung. Zeigen ihren Weg, ihre Entwicklung, ihre Herausforderungen, ihre Erfolgserlebnisse. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen der anspruchsvollen Ausbildung. Und dabei kommt die Anwärterin immer wieder selber zu Wort. Viel Spass. Heute geht es los: Eins, zwei, Polizei!

Es ist Dienstagmorgen. Das lange Osterwochenende liegt hinter Debora und ihren drei Kollegen. Als ganz normale, junge Menschen sind sie am Morgen in Schwyz angetreten, um sich zu verwandeln. Im Laufe eines Jahres wird aus der Fachangestellten Gesundheit eine Polizistin.

Doch was steht am ersten Tag einer Polizeiausbildung auf dem Programm? Die Begrüssungen durch Ausbildungschef Erwin Mächler und Kommandant Damian Meier, dann viele Informationen zu Start und Ablauf der einjährigen Ausbildung. Und schliesslich die grosse Materialschlacht. Angereist mit dem leeren Auto, abgereist mit der kompletten Polizeiausrüstung. Nun kann es losgehen. In den nächsten Tagen, Wochen und Monaten wird Debora Tag für Tag viel lernen, sich an ihre Ausrüstung gewöhnen und sich an ihr neues Umfeld herantasten. Darauf freut sie sich. Denn sie selber sagt: «Ab jetzt werde ich jeden Tag unglaublich viel Neues lernen. Ich möchte Schritt für Schritt in meinen neuen Beruf hineinwachsen und täglich mein Bestes geben.» Was sie dabei erlebt, erfährst du hier in unregelmässigen Abständen.

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